AUS WELCHEM GRUND SOLLTE EINE GESICHTSFELDUNTERSUCHUNG DURCHGEFÜHRT WERDEN?
Eine Gesichtsfelduntersuchung wurde Ihnen von Ihrem Arzt empfohlen, aber Sie wissen nicht, warum. Um zu verstehen, warum diese Untersuchung nützlich ist, interviewt die Redaktion von linsenperklick.de ihren Optiker Herrn Faller.
Redaktion linsenperklick.de: Inwiefern ist diese Untersuchung nützlich?
Antwort des Optikers: Die Gesichtsfelduntersuchung, die auch als Untersuchung des peripheren Sehens oder Perimetrieuntersuchung bezeichnet wird, dient der Beurteilung Ihres Überblicks, d. h. dessen, was Sie seitlich wahrnehmen können, wenn Sie vor sich hinschauen. Das periphere Sehen dient dazu, alles um Sie herum mit einem einzigen Blick zu erkennen, z. B. wenn Sie sehen, dass jemand in Ihrer Nähe geht. Es ermöglicht Ihnen, Gefahren zu vermeiden, insbesondere beim Autofahren. Sie ist für eine gute Sehkraft unerlässlich.
Um festzustellen, ob Ihre Sehkraft nachlässt, wird Ihr Augenarzt Untersuchungen anordnen. Wenn die Ergebnisse schlecht ausfallen, führt dies zu einer Vielzahl von möglichen Beschwerden oder Augenkrankheiten wie Diabetes, AMD oder anderen.
Wenn Sie bereits an einer diagnostizierten Erkrankung leiden, dient eine regelmäßige Gesichtsfelduntersuchung dazu, zu überprüfen, in welchem Ausmaß und wie schnell Ihre Sehkraft abnimmt.
Redaktion: Wie läuft die Prüfung ab?
Augenoptiker: Die Untersuchung besteht aus drei Schritten, bei denen jeweils eine andere Technologie verwendet wird, die aber alle das gleiche Ziel haben, nämlich Ihr peripheres Sehen zu messen.
-Die Konfrontationstechnik: Dies ist eine Voruntersuchung zu jeder Sehprüfung. Dabei werden Sie gebeten, ein Auge abzudecken. Daraufhin bewegt der Augenarzt seinen Zeigefinger in Ihr Sichtfeld und fragt Sie, wann Sie es sehen.
-Die automatisierte Perimeteruntersuchung: Dies ist die häufigste Untersuchung des peripheren Sehens. In einem kuppelförmigen Gerät fixieren Sie Ihren Blick geradeaus. Sie werden aufgefordert, einen Knopf zu drücken, sobald Sie Lichtblitze sehen, die in verschiedenen Bereichen Ihres peripheren Sehens erscheinen. Sie brauchen sich jedoch keine Sorgen zu machen, wenn Sie nicht alle Lichter zählen.
Die Goldmann-Perimetrieprüfung: Sie sitzen vor einem Bildschirm, auf dem in der Mitte ein Objekt zu sehen ist. Sie müssen dieses Objekt fixieren und dem Augenarzt sagen, wann Sie in Ihrem peripheren Sehen etwas wahrnehmen, das sich bewegt.
Redaktion: Was bedeuten die Ergebnisse?
Augenoptiker: Die Ergebnisse einer solchen Untersuchung sollten ernst genommen werden, wenn sie negativ ausfallen, da es sich um eine latente Erkrankung handeln kann.
Nachdem Ihr Augenarzt die Breite Ihres peripheren Gesichtsfeldes bestimmt und den Grund für eine mögliche Sehschwäche beurteilt hat, wird er Ihnen eine Diagnose und gegebenenfalls eine Behandlung vorschlagen.